Thriller und Krimis / Thriller
Druckversion

Das verlorene Symbol

Autor(en): Dan Brown
Verlag: Lübbe
Preis: 26
ISBN: 978-3-7857-2388-3
Erschienen: 14. Oktober 2009

Durschnittliche Bewertung: Bewertung: 2 von 5 Sternen

Buchauszug:

Das Handy ans Ohr gedrückt, blickte Langdon sich um. "Wo sind Sie? Mit wem spreche ich?"

"Keine Bange, Professor. Sie wurden nicht ohne Grund hierher gerufen."

"Hierher gerufen?" Langdon kam sich vor wie ein Tier im Käfig. "Entführt, würde ich sagen!"

"Wohl kaum." Der Mann redete mit einer überheblichen Heiterkeit, die Langdons Zorn entfachte. "Hätte ich den Wunsch gehabt, dass Sie sterben, säßen Sie jetzt als Leiche in der Limousine." Er ließ den Satz für einen Moment im Raum stehen. "Meine Absichten sind edel und lauter, Mr. Langdon, das kann ich Ihnen versichern. ich möchte Ihnen lediglich eine Einladung zukommen lassen."

Eine Einladung? Nein danke
. ..... "Hören Sie zu, mein Freund, ich weiß nicht, was das soll. Schönen Tag noch, und rufen Sie nicht wieder ..."

"Machen Sie keine Dummheiten", sagte der Mann. "Wenn Sie Peter Solomons Seele retten wollen, sollten Sie kooperativer sein."

"The last Symbol" wurde "aus dem Amerikanischen übersetzt und entschlüsselt vom Bonner Kreis", nach Medienaussagen sechs besonders kompetente Übersetzer, die gleichzeitig an dem Buch arbeiten. Sehr gut übrigens, allerdings wirkt Dan Browns Bestseller im Deutschen noch unglaubhafter als im Original.

README Buchbesprechung:

Autor: avb, Datum: 14.10.2009
Buch-Bewertung: Bewertung: 2 von 5 Sternen
Wieder mal muss die Welt gerettet werden, vor einem machthungrigen und rachsüchtigen Bösewicht mit Ganzkörper-Tatoo. Sein Gegenspieler ist wie im "Da Vinci Code" Robert Langdon, Experte für die Entschlüsselung und Deutung mystisch-religiöser-esoterischer Symbole. Hier entschlüsselt und offenbart er dabei nicht nur die bisher so sorgsam gehüteten Geheimnisse der Freimaurer, sondern auch die der Gründungsarchitektur von Washington D.C., denn die wurde von Freimaurern festgelegt.

Dass Gründungsvater George Washington dabei zu einem neuen Gott erhoben wurde, glaubt man ohne große Zweifel. In Gods Own Country gehört Sendungsbewusstsein sozusagen zur menschlichen Grundausstattung. Auch die anderen Fakten, die Dan Brown in seinen neuesten Thriller einbaut, klingen glaubwürdig. Von der Existenz eines Office of Security zur Überwachung der Überwacher vom CIA bis zum Institut für Noetische Wissenschaften, wo Seelen gewogen und esoterische Glaubensfragen  nach den Grundsätzen der normalen Wissenschaft erforscht werden sollen.

Das Schlimme an diesem Buch, und das fiel mir leider erst bei der deutschen Übersetzung auf (im englischen Original haben ich mich von reichlich vorhandenen Thrill zu sehr zum Schnelllesen verführen lassen, und ich bitte um Entschuldigung): Mit der Logik nimmts Dan Brown viel weniger genau als mit den architektonischen und wissenschaftlichen Fakten.

Einerseits sucht der Bösewicht nach einem Wort, das ihm unbegrenzte Macht geben soll und das bis dahin nur die Elite der (amerikanischen!) Freimaurer kennt. Andererseits verlässt er sich zur Destabilisierung der US-Regierung nur auf einen Videofilm von Prominenten bei der Durchführung von Freimaurer-Ritualen.

Einerseits schwärmen die Guten um Robert Langdon von der "Weisheit der Alten", die jeden Menschen zu dem Gott in ihm selbst führen soll. Andererseits geht es aber immer wieder und mit voller Zustimmung  um den herrschsüchtigen und strafenden Gott des Alten Testaments und um die Blutopfer, die er fordert, bevor er seine Weisheit preis gibt.

Einerseits preist Dan Brown all jene - von den alten Indern, Chinesen, Ägyptern, Juden und Christen über Albrecht Dürer und Isaak Newton bis Albert Einstein -, die schon früher nach dem Sinn hinter den vielfältig interpretierbaren Weisheitssprüchen suchten. Weil sie die gefundene Wahrheit wiederum hinter esoterischen Aussprüchen verbargen. Das mussten sie tun, sagt Dan Brown,  denn sie macht den Entdecker ungeheuer mächtig. Im Bösen wie im Guten. Andererseits erklärt er uns nie, wieso die so schwer zu findende Weisheit, nach Dan Brown letztendlich der Gott in uns, nicht nur unendlich viel Gutes, sondern auch unendlich Böses bewirken kann. Und warum, bitte, haben eigentlich nur Freimaurer Zugang zu dem "verlorenen Symbol", zu dem geheimnisvollen Wort der Macht? Und weshalb verzichteten sie bisher auf seine Anwendung?

Der Thriller endet mit einem Langsatz, der im Deutschen noch kitschiger klingt als im Amerikanischen: "In diesem Augenblick, hoch oben auf dem Kapitol, im wärmenden Licht der Sonne dieses jungen Tages, spürte Robert Langdon, wie etwas in ihm aufwallte, etwas Gewaltiges, Machtvolles, eine innere Bewegtheit, so tief und aufwühlend, wie er sie nie zuvor empfunden hatte. Hoffnung."

Na, denn. Vielleicht ist der nächste Dan-Brown-Thriller ja wieder etwas durchdachter und logischer, vielleicht lässt er weniger Fragen offen als "Das verlorene Symbol".


Ich habe das Buch gelesen und möchte ...

das Buch bewerten Bewertung: 0 von 5 Sternen
(Auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen, wobei 5 Sterne die beste Bewertung darstellt. Die Bewertung wirkt sich auf den aufgeführten Gesamtdurchschitt aus.)
Amazon-Logo